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JWM 2020 - Ein Wintermärchen

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JWM 2020 - Ein Wintermärchen

 

… so könnte man den Verlauf der FIS Nordic Junior + U23 Cross Country Ski Weltmeisterschaften fast bezeichnen. Die dritte Woche nach der JWM hat gerade begonnen und die Erinnerungen an diese wunderbare Veranstaltung werden noch lange anhalten in dieser unwirklichen Zeit danach.

Seit ungefähr einer Woche ist Dank eines Virus, der aus China kam, nichts mehr wie es vorher war. Man hat fast das Gefühl, die letzten Wochen waren nur ein Traum.

Über 700 Nachwuchs-Athleten unseres geliebten Sports, aus den Disziplinen Skilanglauf, Skispringen und der Nordischen Kombination, haben ihren Weg aus 42 Ländern dieser Erde in den idyllischen Kurort Oberwiesenthal gefunden. Der Kurort selbst hat nur ca. 2.500 Einwohner. Dazu kamen rund 1.500 Sportler, Betreuer, Offizielle, Helfer und Gäste, die das Treiben am Fuße des Fichtelbergs, vom 28. Februar bis 8. März 2020 bestimmt haben.

Im Vorfeld der Veranstaltung gab es einige Hürden zu meistern und da möchte man gar nicht von den Dingen sprechen, die man selber nicht beeinflussen konnte. Die größten Bauchschmerzen hat den Veranstaltern hierbei wohl das Wetter bereitet. Väterchen Frost schien zu schlafen und der Frühling hielt ausgiebig Einkehr. Doch das Bangen und die Stoßgebete der örtlichen Kirchgemeinde haben pünktlich zu Beginn der JWM 2020 den Winter zurück gebracht. Es schien gar nicht wieder mit Schneien aufhören zu wollen und die Sportler bekamen die fast perfekten Bedingungen, die sie verdient haben.

 

Die erste Medaille für Deutschland ließ nicht lange auf sich warten und Maxim Cervinka, seinerseits einer der Junior-Paten der Veranstaltung, sicherte mit der Bronzemedaille in seiner Disziplin Skilanglauf das erste Edelmetall für das Ausrichterland. Auch Jenny Nowak, Junior-Patin für die Disziplin Nordische Kombination, gewann und brachte Gold mit nach Hause. Insgesamt waren es acht der 72 hoch begehrten Medaillen der Junioren-Skiweltmeisterschaft 2020, die nach Deutschland gingen. Die erfolgreichsten Sportler kamen wieder einmal aus Norwegen. Aber auch die Österreicher, Schweden und die USA hielten sich wacker an der Spitze des Medaillen-Spiegels. Deutschland schließt die Top fünf ab. Für die junge Wintersport-Elite war es, so zum Beispiel der Kanadier Remi Drolet, „…die beste JWM, die ich je erlebt habe. Diese Weltmeisterschaft werde ich noch sehr lange in Erinnerung behalten. Man hatte gar nicht das Gefühl, dass es eine Nachwuchs-WM ist. Wir sind genauso ernst genommen worden, wie die großen Sportler. Die Zuschauer sind alle gekommen, um uns zu sehen und uns anzufeuern und das hat sich einfach grandios angefühlt.“ Auch der Goldmedaillen-Gewinner Gus Schumacher, vom Team Amerika fügt noch hinzu: „Wir möchten uns bei den Organisatoren und den ganzen Helfern bedanken. Es ist eine der am besten organisiertesten Weltmeisterschaften gewesen, die wir erlebt haben. Es hat sich sehr speziell angefühlt, so echt, so real und dafür sind wir sehr dankbar.“

 

Aber nicht nur bei den Sportlern ist die Veranstaltung super angekommen. Es sind in den knapp zehn Tagen auch insgesamt mehr als 15.000 Menschen nach Oberwiesenthal gekommen, um die Wintersport-Stars von morgen anzufeuern und ihnen die Kulisse zu bieten, die eine Weltmeisterschaft ausmacht. Bereits nach der Hälfte der Veranstaltung waren mehr als 10.000 Tonnen Essen über die Theken gegangen. Auch die Veranstaltungen an den Abenden, inklusive der Siegerehrung der Sportler, sind bei den Besuchern gut angekommen, selbst wenn da wiederum teilweise das Wetter den Veranstaltern ein Schnippchen geschlagen hat. Die Kommentatoren an der Schanze und in der Sparkassen Skiarena ihrerseits haben den Zuschauern insgesamt mehr als 40 Stunden Unterhaltung geboten. Und ca. 100 Medienvertreter aus der ganzen Welt haben vor Ort darüber berichtet. Die Action verfolgen konnte man über einen sehr professionellen und überaus umfassenden Live-Stream, den auch der MDR, Mitteldeutsche Rundfunk für seine ausgezeichnete Berichterstattung vor Ort nutzte und so haben auch die Familien der Sportler in ihren jeweiligen Herkunftsländern an den großen Emotionen vor Ort teilhaben können. Man kann es einfach nicht anders sagen, als dass ein Wintermärchen wahr geworden ist.

 

Aber wie sind denn die Verantwortlichen zufrieden mit der JWM? Die Frage haben wir Christian Freitag, dem Kopf des Organisationsteams gestellt: „Ich muss mich manchmal noch ein bisschen kneifen. Es ist wirklich wie ein Traum gewesen. Wir haben so viel Energie und Schweiß und Kraft in die ganze Vorbereitung gesteckt. Einige Hürden kamen auf, machmal waren wir schon kurz vor der Verzweiflung, vor allem was das Wetter anging. Und dann war alles, wie wir es uns nicht hätten besser wünschen können. Klar gab es das ein oder andere, was man noch hätte optimieren können, aber wir wollen mal nicht das Haar in der Suppe suchen. Wir sind rundum zufrieden und danken den ganzen vielen Helfern vor Ort, den Sportlern und den Offiziellen, unserem Orga-Team, die Tag und Nacht hart für diesen Traum gearbeitet haben, den Partnern und Sponsoren, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre und allen Besuchern, die mit einer unbeschreiblichen Atmosphäre die Kirsche auf der Torte waren. Wir wissen nun, dass wir mit dem Zusammenhalt der Vereine und aller Kräfte vor Ort eine derartige Veranstaltung stemmen können und freuen uns schon auf die nächsten Herausforderungen. Aber erst einmal müssen wir die aktuelle Situation in dieser Welt in den Griff bekommen und alle gesund bleiben. Ich wünsche uns allen, dass wir uns bald gesund und munter, ohne eine weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie, irgendwo auf dieser Welt wieder sehen.“

 

Und dem ist eigentlich nichts weiter hinzu zu fügen, also bleiben Sie bitte zu Hause, bleiben Sie stark und rücksichtsvoll und vor allem, bleiben Sie gesund!

 

Danke für diese JWM 2020 - ein Wintermärchen.

 

©Studio2media | Marko Unger

©Studio2media | Marko Unger