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Harter Kampf um die Sprintmedaillen der U23

Allgemein

Am ersten Wettkampftag der FIS U23 Langlauf-Weltmeisterschaften wurden heute, den 1. März 2020, die Sprintkönige gekürt. Vebjoern Hegdal (NOR) gewann bei den Herren – Emma Ribom (SWE) wurde Sprintsiegerin der Damen.

U23 CROSS COUNTRY WOMEN / MEN SPRINT FREE

Harter Kampf um die Sprintmedaillen

Überraschend setzte sich Emma Ribom (SWE) im Sprintfinale der U-23 Weltmeisterschaften gegen Teamkollegin und Prologsiegerin Johanna Hagstroem (SWE) durch. Dritte wurde Julia Kern aus dem US-Skiteam. Bei den Herren siegte Vebjoern Hegdal (NOR) vor dem Italiener Mattia Armellini und Harald Oestberg Amundsen (NOR).

Für die 22-jährige Ribom ist es der erste internationale Titel ihrer Karriere. „Das muss ich erstmal setzen lassen. Ich kann es noch gar nicht fassen. Ich habe mich heute mit jedem Heat stärker gefühlt und heute ist wirklich ein Traum für mich wahr geworden“, sagt die Siegerin im Anschluss an das Sprintrennen. Im Weltcup machte Sie in den vergangenen Wochen mit einem 9. Platz in der Gesamtwertung der Ski Tour 2020 in Skandinavien auf sich aufmerksam.

Die Zweitplatzierte Hagstroem (SWE) schien die überlegene Favoritin in den Sprintfinals zu sein. Bereits im Prolog zeigte sie mit der Bestzeit ihre Topform. Nach dem dritten Platz im Team bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2018 in Goms (SUI), erkämpft sich die sichtlich emotionale Schwedin zum ersten Mal eine Einzelmedaille im Rahmen einer Weltmeisterschaft und ist überglücklich damit. „Das ist ein sehr emotionaler Moment für mich und ich muss mich erst einmal sammeln. Ich hatte damit nicht gerechnet und bin sehr glücklich“, schließt sie ihr Interview ab.

Die Amerikanerin mit deutschen Wurzeln, Julia Kern (USA) ist mit dem dritten Platz im Sprint in der Weltspitze angekommen: „Meine Eltern sind von hier, ich habe sehr viele Weihnachtsabende hier bei meiner Familie verbracht. In Deutschland fühle ich mich richtig wohl und da ich es mag, wenn das Wetter ein bisschen verrück spielt, hatte ich heute richtig Spaß.“ Kern ersprintete sich bereits im Weltcup einen dritten Platz in Planica.

Das Finale der Herren ging mit einigen Stürzen ziemlich turbulent zu. Leidtragender war leider auch Lokalmatador Richard Leupold (GER). Er verpasste durch einen Sturz seine Chance auf eine Medaille. Nur wenige Meter vor der Zielgeraden stürzte auch der Russe Alexander Terentev und bahnte den Weg für die drei Erstplatzierten frei.

Vebjoern Hegdal (NOR) meisterte seinen Titelgewinn souverän. Im wilden Wettertreiben von Oberwiesenthal sparte er seine Kräfte für das Finale auf. „Es war ein sehr hartes Rennen mit den vielen verschiedenen Wetterbedingungen und es war nicht einfach stark zu bleiben. Das ist mir am Ende gelungen und darüber freue ich mich sehr. Die vielen Zuschauer an der Strecke haben uns sehr motiviert und das war einfach nur fantastisch“, fasst Hegdal zusammen.

Der Italiener Mattia Armellini war bisher vor allem in Alpencups unterwegs. In das Finale kam er über die Luckyloser im Halbfinale nur knapp. Er profitierte vom Sturzpech der anderen: „In der Bergauf-Passage stürzten zwei vor mir und ich hatte Glück und war plötzlich auf der dritten Position. Dann fiel auch noch der Russe hin und ich wurde glücklicher Zweiter. Dabei hat mir das Glück natürlich gut in die Karten gespielt, aber das ist Teil des Spiels.“

Vom Sturzpech profitierte ebenfalls der Norweger Harald Oestberg Amundsen. „Der Prolog war wirklich nicht einfach, aber im Semifinale ging es schon viel besser. Im Finale gab es einige Stürze und auch der Russe ist dann vor mir noch gestürzt und ich wurde Dritter. Für den Sprint ist das wirklich unglaublich für mich. Ich bin eigentlich ein Distanzläufer und ein Podium im Sprint zu erreichen ist eine Genugtuung für mich.“

Prologsieger Jules Chappaz (FRA) verpasste den Einzug in eine weitere Runde durch einen selbstverschuldeten Fehlstart und wurde disqualifiziert.

Mehr als 1500 Menschen waren heute zur Sparkassen-Skiarena gekommen, um die Sportlerinnen und Sportler der U23 Cross Country Ski Weltmeisterschaft anzufeuern. Die Action wird am Montag, den 2. März bereits ab 10 Uhr fortgesetzt. Dann starten die Juniorinnen über fünf Kilometer in der klassischen Technik. Um 12 Uhr folgen die zehn Kilometer der Junioren ebenfalls in der klassischen Technik. Am Abend findet wieder wie gewohnt um 19 Uhr die Siegerehrung an der Freilichtbühne in Oberwiesenthal statt. Der Eintritt hierzu ist kostenlos. Tickets für die Veranstaltung gibt es an den Sportstätten.

 

Key Facts

Schnellste Laufzeit Prolog (Fastest Time Prolog): HAGSTROEM, Johanna (SWE) und CHAPPAZ, Jules (FRA)

Mannschaftsleistung (Team Performance): Die DSV-Athleten (GER) und die französischen Sportler haben sich als einzige Teams geschlossen für die Finals qualifiziert (DSV: DANNER, Alexandra; RICHTER, Julia; RYDZEK, Coletta; FRÄBEL, Antonia; LEUPOLD, Richard; BURGGER, Janosch; FÄSSLER, Josef / FRA: QUINTIN, Lena; CHAPPEZ, Jules; SCHELY, Theo; CHAUTEMPS, Arnaud; MANCINI, Tom).

Unglaublich

Dabei sein ist alles (Rookie Of The Day): Multitalent Huguette FAKHRY (LBN) startete zum ersten Mal auf internationalem Boden. Unter tobendem Applaus der Zuschauer schaffte es der Langlauf-Neuling ins Ziel (54. Platz). Ihre Paradedisziplin ist eigentlich das Snowboarden. Dort startet sie im Slalom, Big Air und Slopestyle.

Die offiziellen Ergebnisse finden Sie auf der Webseite der FIS unter: https://www.fis-ski.com/en/cross-country 

©Studio2media | Marko Unger

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